Konzentration: Unterschied zwischen den Versionen

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:''«Avete spesso constatato che nella vita, se non si è capaci di concentrarsi nel proprio lavoro, non ci si può attendere grandi successi. Se gli acrobati e i giocolieri che si vedono nei circhi non fossero capaci di concentrarsi sul più piccolo gesto che fanno, quante volte sarebbero vittime di incidenti? Ogni lavoro che noi facciamo richiede una certa concentrazione. Se non sappiamo bene su quale oggetto, su quale problema, né in quale modo concentrarci, possiamo perdere il nostro equilibrio, e finire in avvenimenti catastrofici»''<ref>Aïvanhov, O. M., ''Conferenza inedita del 1 maggio 1941''.</ref>
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:'' »Ihr habt in eurem Leben schon oft festgestellt, dass man keinen großen Erfolg erwarten kann, wenn man nicht auf seine Arbeit konzentriert ist. Wären die Akrobaten oder Jongleure, die man im Zirkus sieht, nicht auf die kleinste ihrer Bewegungen konzentriert, würden sie oft Unfälle verursachen. Jede Arbeit, die wir vollbringen, verlangt von uns eine gewisse Konzentration. Wenn wir nicht genau wissen, auf welchen Gegenstand, auf welches Problem und auf welche Weise wir uns konzentrieren sollen, können wir sogar unser Gleichgewicht verlieren und schlimme Ereignisse erleben.«''<ref>Aïvanhov, O. M., Unveröffentlichter Vortrag vom 1. Mai 1941.''</ref>
  
 
== Einleitende Bemerkungen ==
 
== Einleitende Bemerkungen ==
  
La concentrazione appartiene all’ambito della [[volontà]], è la base di tutte le pratiche meditative e anche l’elemento fondamentale che ci permette di compiere qualsiasi azione, anche se la maggior parte dei nostri movimenti vengono compiuti meccanicamente. Ad esempio, per muovere una tazza c’è anzitutto una concentrazione del pensiero sul gesto da compiere e, solo in seguito, l’energia viene portata nel braccio e nella mano, affinché l’azione possa essere concretamente eseguita; questo spostamento di energia è già, di per sé, una forma di concentrazione: quando siamo rilassati l’energia è uniformemente distribuita in tutto il corpo, mentre quando agiamo l’energia si concentra nella parte che deve compiere l’azione, così come mentre studiamo l’energia è concentrata nel cervello.
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:''Die Konzentration gehört zum Bereich des Willens. Sie kann in allen Situationen des Lebens geübt werden. Wenn ihr Musik oder einen Vortrag hören wollt, konzentriert ihr eure Aufmerksamkeit auf das Gehör. Wenn ihr lesen wollt, konzentriert ihr sie auf das Sehen. Wenn ihr laufen wollt, konzentriert ihr all eure Kraft in den Beinen. Auch wenn ihr springen oder einen Gegenstand werfen wollt, konzentriert ihr dabei eure Gedanken auf bestimmte Gliedmaßen. Je nach gewählter Aktivität, konzentriert ihr die Kraft in dieser oder jener Region des Körpers. Diese Beispiele geben euch eine einfachere und klarere Vorstellung davon, was die Konzentration ist. Die ganze Natur arbeitet mit Hilfe der Konzentration: Konzentration von Energien, von Säften, von Stoffen, von Strahlen, von Wellen… Man kann die Konzentration also als eine Gruppe von Pfeilen darstellen, die alle auf ein Zentrum ausgerichtet sind. Die Konzentration sammelt Kräfte oder Materialien auf einen Punkt, auf eine Mitte. Überall bedient sich die Natur der Konzentration, um etwas zu erschaffen; betrachtet zum Beispiel, wie sie die Wolken formt. Danach folgt wieder die Zerstreuung der Elemente, die sie konzentriert hatte. Wenn sich Atome und Moleküle konzentrieren, erscheint etwas, was wieder verschwindet, wenn die gleichen Atome sich zerstreuen. Die Konzentration ist eine Ansammlung von Materie in einem Raum, um etwas zu formen oder zu kristallisieren. Die Zerstreuung ist eine »Demontage«, ähnlich wie wenn man in einer Fabrik eine Maschine auseinandernimmt; es ist eine Auflösung. So laufen die Phänomene in der Natur, in unserem Körper, in den Lebewesen ab. Die Konzentration ist eine Anhäufung in einem bestimmten Raum von Materialien, die etwas formen, kristallisieren müssen. Deswegen müssen wir uns konzentrieren, wenn wir bestimmte Vorstellungen im Leben realisieren wollen.''<ref>Aïvanhov, O. M., Unveröffentlichter Vortrag vom 1. Mai 1941.''</ref>
  
:''«In tutte le circostanze dell'esistenza la concentrazione è una manifestazione della volontà. Quando volete ascoltare della musica o una conferenza, concentrate la vostra attenzione nelle orecchie. Quando volete leggere, la concentrate negli occhi. Se volete correre concentrate tutte le vostre forze nelle gambe. Se volete saltare o lanciare un oggetto, concentrate il vostro pensiero in un'altra parte ancora del corpo. In base ai gesti che volete compiere dovete quindi concentrare la forza in determinate parti del corpo. Tutta la natura lavora grazie alla concentrazione: concentrazione di energia, di materiali, di raggi, di onde... Si può quindi rappresentare la concentrazione come un insieme di frecce dirette verso il centro. La concentrazione è un'accumulazione di forze o di materiali in un centro, in uno spazio, per formare e cristallizzare qualcosa. È per questo che dobbiamo essere concentrati se desideriamo poter realizzare le nostre idee nella vita»''<ref>Aïvanhov, O. M., ''Conferenza inedita del 1 maggio 1941''.</ref>
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Konzentration kann also mechanisch oder willentlich sein, und zweifellos sind die Gesten, die man gewöhnlich im Alltag ausführt, meistens „mechanisch“, das heißt, es sind Automatismen ohne vollständige und bewusste Kontrolle. Die von Omraam Mikhaël Aïvanhov gemeinte Konzentration sollte hingegen eine Handlung des Bewusstseins sein. Es ist die Fähigkeit, seine Gesten, Handlungen und alle inneren Bewegungen, also auch die Gefühle und Gedanken, kontrollieren zu können.
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Die Fähigkeit, sich lange und ohne Ablenkung oder Zerstreuung auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren, wird als die Basis für den Zugang zu komplexeren und tieferen meditativen Zuständen angesehen. Sich konzentrieren zu lernen bedeutet auch, seine Gefühle und Gedanken zu zähmen, in allen Situationen die innere Kontrolle zu behalten und sich seiner inneren Regungen bewusst zu sein.  
  
La concentrazione può essere quindi meccanica o volontaria, ed è indubbio che i gesti che una persona compie normalmente sono perlopiù meccanici, ossia non vi è un pieno e cosciente controllo, si tratta di automatismi, mentre la concentrazione cui fa riferimento Omraam Mikhaël Aïvanhov risiede proprio un atto di [[consapevolezza]], ossia la padronanza dei gesti, delle azioni e di tutti i moti interiori, quali sono i sentimenti e i pensieri.
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:''»Ob man nun also meditieren, kontemplieren oder erschaffen möchte, Konzentration ist immer notwendig. Sie ist nicht an eine bestimmte Fähigkeit gebunden, sondern zeigt sich allgemein darin, dass man seine Kräfte auf ein genaues Ziel hin ausrichtet und dass man versucht, diese Kräfte ununterbrochen in dieser Richtung zu halten. Meditation, Gebet, Kontemplation, Identifikation setzen voraus, dass man fähig ist, sich zu konzentrieren. Konzentration ist unerlässlich, damit die Arbeit wirksam wird. Ein Mensch, der seinen Geist ziellos umherwandern lässt, wird in seinem Leben nichts verwirklichen. Man kann nicht zum Schöpfer seiner Zukunft werden, solange man schwach, zerstreut und innerlich zerrissen ist.«''<ref>Aïvanhov, O. M., Gesamtwerke Band 24, Prosveta, 2009, p. 144.''</ref>
  
La capacità di concentrarsi a lungo su un determinato soggetto, senza distrazioni e senza dispersioni, è considerata come la base per accedere a stati meditativi più complessi e profondi.
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Konzentration kann auf unterschiedliche Weise erreicht werden. Zu den wirksamsten Methoden gehören: bewusste Körperbewegungen, bewusste Atmung und die Konzentration der Gedanken auf ein Thema. Zu diesem letzteren Punkt erklärt O. M. Aïvanhov:
Apprendere a concentrarsi significa anche imparare a dominare le proprie emozioni e i propri pensieri, sapersi controllare in ogni situazione, ed essere consapevoli di tutti i propri moti interiori. Omraam Mikhaël Aïvanhov a tal proposito osserva:
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:''„Man sollte sich nicht mit Eile konzentrieren wollen, sondern zuerst einen Blick nach innen werfen, um zu beobachten, wie es einem geht. Danach kann man sanft und langsam die Frage, auf die man sich konzentrieren möchte, in seine Gedanken einbringen und dann aufmerksam und in Ruhe die Konzentration steigern. Nach etwa zehnminütiger Aktivität in diese Richtung gehorcht das Denken uns schon recht gut. (…) Da die Konzentration mit einem rein mechanischen Vorgang zu tun hat, kann man gute oder schlechte Resultate erzielen. Warum konzentrieren sich manche erfolglos? Weil sie ihre Gedanken nur willentlich, körperlich konzentrieren. Denken allein genügt nicht. Wenn ihr einen Gedanken habt und nur mit dem Willen dabeibleiben wollt, so gehorcht er nicht, weil euch nichts daran anzieht. Ihr denkt an diese Sache so, als wäre sie unangenehm. Der Wille genügt nicht. Wenn ihr an das gewählte Thema nicht mit Liebe denkt, wird die Konzentration zu nichts führen.“''<ref>Aïvanhov, O. M., Unveröffentlichter Vortrag vom 1. Mai 1941.''</ref>
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Man erreicht den Zustand der Konzentration also nur auf eine feine und sanfte Weise, ohne den Geist zwingen zu wollen, ohne Selbstbewertung oder Selbsturteil und ohne sofortige Resultate zu erwarten. Diese Übungen führen zum Ziel, wenn sie mit Ausdauer und einer möglichst täglichen Regelmäßigkeit praktiziert werden.
  
:''«Che si voglia meditare, contemplare o creare, è necessaria la concentrazione: questo processo non appartiene a una determinata facoltà, ma consiste nel fatto che si impegnano le proprie forze per un preciso scopo e si cerca di mantenerle continuamente orientate in quella direzione. La meditazione, la preghiera, la contemplazione, l'identificazione, presuppongono che si sia capaci di concentrarsi. La concentrazione è indispensabile affinché il lavoro sia efficace; un uomo che lascia che la propria mente si distragga, non realizzerà niente nella vita. Non si può diventare creatori del proprio avvenire finché si è deboli, distratti, deconcentrati»''<ref>Aïvanhov, O. M., ''La nuova religione: Solare e universale I'', Prosveta, 2009, pag. 55.</ref>
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:''»Arbeitet also täglich an der Konzentration, dann werdet ihr mit dieser mächtigen Waffe alle Schwierigkeiten und Sorgen, alle inneren und äußeren Feinde besiegen. Wenn wir uns auf eine Vorstellung oder auf eine Tugend oder auf eine Wesenheit oder auf irgendein anderes positives und großartiges Bild konzentrieren, können wir damit alles Negative in uns auflösen. Ist man dabei aber zerstreut und unbeherrscht, wird man selbst nach vielen Jahren zu keinem Ergebnis kommen. Zahlreiche Personen sagen mir, dass sie große Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Vielleicht ist das die schwierigste Sache, aber es ist gleichzeitig jene Waffe, die die niedere Welt am meisten fürchtet. Vor jemandem, der die Macht der Konzentration entwickelt hat, haben die Geister Angst. Nichts widersteht einem Schüler, der in der Konzentration stark und mächtig geworden ist und seine ganze Kraft auf seine Angreifer schleudern kann, die daraufhin gezwungen sind, zu kapitulieren und zu verschwinden.«''<ref>Aïvanhov, O. M., Unveröffentlichter Vortrag vom 3. April 1945.''</ref>
 
 
La concentrazione può essere ottenuta in diversi modi, e tra i metodi più efficaci troviamo sicuramente il movimento corporeo cosciente, la [[respirazione]] consapevole e la concentrazione del pensiero su un soggetto. Su quest’ultimo punto Aïvanhov spiega:
 
 
 
:''«Cominciate anzitutto a gettare uno sguardo dentro di voi e osservate in quale stato vi trovate. Dopo di che lentamente, dolcemente, portate il pensiero sul soggetto su cui volete concentrarvi. Facendo molta attenzione, aumentate lentamente la concentrazione. Dopo una decina di minuti, il pensiero è ben disposto e obbedisce. […] La questione della concentrazione è relativa unicamente a un fenomeno meccanico. Ora tutto ciò che conta è che si possono ottenere buoni o cattivi risultati. Concentrarsi, di per sé, non vuol dire nulla. Il punto sta nel sapersi concentrare in maniera da ottenere dei buoni frutti. Perché certe persone si concentrano senza successo? Perché concentrano il loro pensiero solo fisicamente. Pensare non è sufficiente; se avete un pensiero e insistete su di lui, con la volontà, questo non funzionerà, poiché se non c’è una vera attrazione, se non vi piace, pensare a questo soggetto risulterà una cosa sgradevole. Se voi non pensate a quel soggetto con amore, la concentrazione non porterà a nulla. Se vogliamo avere buoni risultati con le nostre concentrazioni bisogna avere nei nostri pensieri l’amore»''<ref>Aïvanhov, O. M., ''Conferenza inedita del 1 maggio 1941''.</ref>
 
 
 
Si entra quindi in uno stato di concentrazione in maniera delicata, dolcemente, senza forzare la mente, ascoltandosi, senza giudizi o valutazioni, e senza attendersi risultati immediati; questi esercizi danno i propri frutti se si è costanti: la pratica quotidiana è essenziale.
 
 
 
:''«Lavorate sulla concentrazione, ogni giorno, e con quest'arma potente vincerete tutte le difficoltà, i nemici interiori ed esteriori. Quando ci si concentra su un'idea, su una virtù, su un'entità o su una qualsiasi immagine positiva, magnifica, questo disturba tutte le negatività che sono in noi. Ma se lo si fa in modo disordinato, distratto, non si arriverà ad alcun risultato, nemmeno dopo molti anni. Numerosi fratelli e sorelle mi dicono di provare grandi difficoltà a concentrarsi. Forse è la cosa più difficile, ma è l'arma che il mondo inferiore teme di più; davanti a colui che ha sviluppato la potenza della concentrazione, gli spiriti negativi hanno paura; nulla può resistere al discepolo che è divenuto potente e forte con la concentrazione, poiché può proiettare tutta la sua forza su coloro che lo assillano, obbligandoli a capitolare e a sparire. Per il discepolo nulla è più importante della concentrazione. È l'arma più potente, di cui bisogna servirsi giorno e notte, senza sosta. Senza la concentrazione si è perduti.''<ref>Aïvanhov, O. M., ''Conferenza inedita del 3 aprile 1945»''</ref>
 
  
  
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== Einzelnachweise ==
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Aktuelle Version vom 23. Januar 2019, 03:44 Uhr

 »Ihr habt in eurem Leben schon oft festgestellt, dass man keinen großen Erfolg erwarten kann, wenn man nicht auf seine Arbeit konzentriert ist. Wären die Akrobaten oder Jongleure, die man im Zirkus sieht, nicht auf die kleinste ihrer Bewegungen konzentriert, würden sie oft Unfälle verursachen. Jede Arbeit, die wir vollbringen, verlangt von uns eine gewisse Konzentration. Wenn wir nicht genau wissen, auf welchen Gegenstand, auf welches Problem und auf welche Weise wir uns konzentrieren sollen, können wir sogar unser Gleichgewicht verlieren und schlimme Ereignisse erleben.«[1]

Einleitende Bemerkungen

Die Konzentration gehört zum Bereich des Willens. Sie kann in allen Situationen des Lebens geübt werden. Wenn ihr Musik oder einen Vortrag hören wollt, konzentriert ihr eure Aufmerksamkeit auf das Gehör. Wenn ihr lesen wollt, konzentriert ihr sie auf das Sehen. Wenn ihr laufen wollt, konzentriert ihr all eure Kraft in den Beinen. Auch wenn ihr springen oder einen Gegenstand werfen wollt, konzentriert ihr dabei eure Gedanken auf bestimmte Gliedmaßen. Je nach gewählter Aktivität, konzentriert ihr die Kraft in dieser oder jener Region des Körpers. Diese Beispiele geben euch eine einfachere und klarere Vorstellung davon, was die Konzentration ist. Die ganze Natur arbeitet mit Hilfe der Konzentration: Konzentration von Energien, von Säften, von Stoffen, von Strahlen, von Wellen… Man kann die Konzentration also als eine Gruppe von Pfeilen darstellen, die alle auf ein Zentrum ausgerichtet sind. Die Konzentration sammelt Kräfte oder Materialien auf einen Punkt, auf eine Mitte. Überall bedient sich die Natur der Konzentration, um etwas zu erschaffen; betrachtet zum Beispiel, wie sie die Wolken formt. Danach folgt wieder die Zerstreuung der Elemente, die sie konzentriert hatte. Wenn sich Atome und Moleküle konzentrieren, erscheint etwas, was wieder verschwindet, wenn die gleichen Atome sich zerstreuen. Die Konzentration ist eine Ansammlung von Materie in einem Raum, um etwas zu formen oder zu kristallisieren. Die Zerstreuung ist eine »Demontage«, ähnlich wie wenn man in einer Fabrik eine Maschine auseinandernimmt; es ist eine Auflösung. So laufen die Phänomene in der Natur, in unserem Körper, in den Lebewesen ab. Die Konzentration ist eine Anhäufung in einem bestimmten Raum von Materialien, die etwas formen, kristallisieren müssen. Deswegen müssen wir uns konzentrieren, wenn wir bestimmte Vorstellungen im Leben realisieren wollen.[2]

Konzentration kann also mechanisch oder willentlich sein, und zweifellos sind die Gesten, die man gewöhnlich im Alltag ausführt, meistens „mechanisch“, das heißt, es sind Automatismen ohne vollständige und bewusste Kontrolle. Die von Omraam Mikhaël Aïvanhov gemeinte Konzentration sollte hingegen eine Handlung des Bewusstseins sein. Es ist die Fähigkeit, seine Gesten, Handlungen und alle inneren Bewegungen, also auch die Gefühle und Gedanken, kontrollieren zu können. Die Fähigkeit, sich lange und ohne Ablenkung oder Zerstreuung auf ein bestimmtes Thema zu konzentrieren, wird als die Basis für den Zugang zu komplexeren und tieferen meditativen Zuständen angesehen. Sich konzentrieren zu lernen bedeutet auch, seine Gefühle und Gedanken zu zähmen, in allen Situationen die innere Kontrolle zu behalten und sich seiner inneren Regungen bewusst zu sein.

»Ob man nun also meditieren, kontemplieren oder erschaffen möchte, Konzentration ist immer notwendig. Sie ist nicht an eine bestimmte Fähigkeit gebunden, sondern zeigt sich allgemein darin, dass man seine Kräfte auf ein genaues Ziel hin ausrichtet und dass man versucht, diese Kräfte ununterbrochen in dieser Richtung zu halten. Meditation, Gebet, Kontemplation, Identifikation setzen voraus, dass man fähig ist, sich zu konzentrieren. Konzentration ist unerlässlich, damit die Arbeit wirksam wird. Ein Mensch, der seinen Geist ziellos umherwandern lässt, wird in seinem Leben nichts verwirklichen. Man kann nicht zum Schöpfer seiner Zukunft werden, solange man schwach, zerstreut und innerlich zerrissen ist.«[3]

Konzentration kann auf unterschiedliche Weise erreicht werden. Zu den wirksamsten Methoden gehören: bewusste Körperbewegungen, bewusste Atmung und die Konzentration der Gedanken auf ein Thema. Zu diesem letzteren Punkt erklärt O. M. Aïvanhov:

„Man sollte sich nicht mit Eile konzentrieren wollen, sondern zuerst einen Blick nach innen werfen, um zu beobachten, wie es einem geht. Danach kann man sanft und langsam die Frage, auf die man sich konzentrieren möchte, in seine Gedanken einbringen und dann aufmerksam und in Ruhe die Konzentration steigern. Nach etwa zehnminütiger Aktivität in diese Richtung gehorcht das Denken uns schon recht gut. (…) Da die Konzentration mit einem rein mechanischen Vorgang zu tun hat, kann man gute oder schlechte Resultate erzielen. Warum konzentrieren sich manche erfolglos? Weil sie ihre Gedanken nur willentlich, körperlich konzentrieren. Denken allein genügt nicht. Wenn ihr einen Gedanken habt und nur mit dem Willen dabeibleiben wollt, so gehorcht er nicht, weil euch nichts daran anzieht. Ihr denkt an diese Sache so, als wäre sie unangenehm. Der Wille genügt nicht. Wenn ihr an das gewählte Thema nicht mit Liebe denkt, wird die Konzentration zu nichts führen.“[4]

Man erreicht den Zustand der Konzentration also nur auf eine feine und sanfte Weise, ohne den Geist zwingen zu wollen, ohne Selbstbewertung oder Selbsturteil und ohne sofortige Resultate zu erwarten. Diese Übungen führen zum Ziel, wenn sie mit Ausdauer und einer möglichst täglichen Regelmäßigkeit praktiziert werden.

»Arbeitet also täglich an der Konzentration, dann werdet ihr mit dieser mächtigen Waffe alle Schwierigkeiten und Sorgen, alle inneren und äußeren Feinde besiegen. Wenn wir uns auf eine Vorstellung oder auf eine Tugend oder auf eine Wesenheit oder auf irgendein anderes positives und großartiges Bild konzentrieren, können wir damit alles Negative in uns auflösen. Ist man dabei aber zerstreut und unbeherrscht, wird man selbst nach vielen Jahren zu keinem Ergebnis kommen. Zahlreiche Personen sagen mir, dass sie große Schwierigkeiten haben, sich zu konzentrieren. Vielleicht ist das die schwierigste Sache, aber es ist gleichzeitig jene Waffe, die die niedere Welt am meisten fürchtet. Vor jemandem, der die Macht der Konzentration entwickelt hat, haben die Geister Angst. Nichts widersteht einem Schüler, der in der Konzentration stark und mächtig geworden ist und seine ganze Kraft auf seine Angreifer schleudern kann, die daraufhin gezwungen sind, zu kapitulieren und zu verschwinden.«[5]


Einzelnachweise

  1. Aïvanhov, O. M., Unveröffentlichter Vortrag vom 1. Mai 1941.
  2. Aïvanhov, O. M., Unveröffentlichter Vortrag vom 1. Mai 1941.
  3. Aïvanhov, O. M., Gesamtwerke Band 24, Prosveta, 2009, p. 144.
  4. Aïvanhov, O. M., Unveröffentlichter Vortrag vom 1. Mai 1941.
  5. Aïvanhov, O. M., Unveröffentlichter Vortrag vom 3. April 1945.