Stille

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„Die Stille ist die höchste Ebene unserer Seele, und in dem Moment, in dem wir sie erreichen, treten wir in das kosmische Licht ein. Das Licht ist die Quintessenz des Universums. Es ist das, was wir um uns herum sehen, und selbst das, was wir nicht sehen, wird vom Licht durchquert und durchdrungen. Das Ziel der Stille ist gerade die Verschmelzung mit diesem Licht, das lebendig ist, das kraftvoll ist und das die ganze Schöpfung durchdringt.“[1]

Einleitende Bemerkungen Omraam Mikhaël Aïvanhov zufolge gibt es zwei Arten von Stille, und zwar die mit dem Tod verbundene und die mit dem Leben verbundene Stille. Erstere ist eine Abwesenheit, eine Leere, ein Mangel an Leben. Dabei handelt es sich nicht um die oben erwähnte und als „höchste Ebene unserer Seele“ bezeichnete wahre Stille. Die wahre Stille ist ein lebendiger, vibrierender, intensiver Zustand, der durch meditative Praktiken und in Momenten besonderer spiritueller Erhebung erfahren werden kann. „Die Stille kann bestimmten Menschen Angst machen, denn sie empfinden sie als Leere, als eine Öde: die Abwesenheit von Bewegung und Leben. In Wirklichkeit gibt es Stille und Stille. Verallgemeinert kann man sagen, es existieren zwei Arten von Stille, diejenige des Todes und diejenige des höheren Lebens. Es ist diese Stille des höheren Lebens, die man lieben und in sich kultivieren muss. Diese Stille ist keine Trägheit, sondern eine intensive Arbeit, die sich im Schoße einer vollkommenen Harmonie realisiert. Sie ist auch keine Leere oder Abwesenheit, sondern eine Fülle, die sich mit dem Zustand vergleichen lässt, in dem sich Wesen befinden, die in großer Liebe miteinander vereint sind. Sie erleben etwas so Tiefgehendes, dass sie es weder mit Gesten noch mit Worten ausdrücken können. Ja, die wirkliche Stille ist der Ausdruck einer Anwesenheit, und zwar der göttlichen.“ „Die wahre Stille ist nicht nur die Abwesenheit von Lärm, die wahre Stille ist nicht stumm. Und sie ist auch nicht leer: Im Gegenteil, in ihr herrscht die Fülle, sie ist lebendig, vibrierend, sie spricht und singt. Ihr fragt, wie ihr diese Stille hören könnt… Indem ihr die großen Pauken – die Leidenschaften, die chaotischen Gefühle und Gedanken – zum Schweigen bringt. Um dies zu erreichen, ist eine große Arbeit zu verrichten, die viel Geduld und die Beherrschung eures psychischen Lebens verlangt. Wenn sich schließlich alle inneren Stürme beruhigt haben, wird sich die Stille nähern und sich ausbreiten, um euch in ihren wunderbaren Mantel zu hüllen. Eine Klarheit wird entstehen, und ihr werdet spüren, dass etwas sehr Mächtiges die Welt regiert und beherrscht: Die große ursprüngliche Stille, aus der das Universum hervorgetreten ist und in die es eines Tages zurückkehren wird.“ Diese Art der Stille, die als Bewusstseinszustand definiert werden kann, ist die Manifestation eines inneren Kontakts mit dem Göttlichen. In dieser Stille, so Aïvanhov, kann man die Stimme Gottes[4] wahrnehmen. Um den Zustand der inneren Stille zu erreichen, ist es notwendig, meditative Techniken zu üben, die zur Kontrolle von Gedanken und Gefühlen führen. Doch was genau geschieht, wenn es uns gelingt, die innere Stille herzustellen?

   "Was in Wirklichkeit aufhört, sind die Bewegungen der niederen Natur, während die höhere Natur zu schwingen, zu strahlen beginnt. Aber diese vibrierende Bewegung ist so intensiv, dass sie der Bewegungslosigkeit ähnlich ist[5].
„In dem Augenblick, in dem es uns gelingt, innerlich still zu werden, vertrauen wir uns dem Geist an, der uns zur göttlichen Welt führt. Aber dieser empfängliche, passive Zustand darf keinesfalls mit Faulheit und Trägheit verwechselt werden. Er ist nur dem Schein nach passiv: In Wirklichkeit ist er die größte Aktivität, die es gibt. Es ist der Zustand desjenigen, dem es durch Arbeit, Geduld und Opferbereitschaft gelungen ist, in sich selbst die Stille herzustellen. Dank dieser Stille beginnt er, die Stimme seiner Seele zu hören, die nichts anderes ist als die Stimme Gottes[6].“

„Gott spricht leise, ohne Nachdruck. Er sagt die Dinge einmal, zweimal und schweigt dann. Auch die Intuition spricht nicht mit Nachdruck, und wenn ihr nicht aufmerksam zuhört, wenn ihr diese Stimme nicht unterscheidet, weil ihr nur den Lärm hören könnt, werdet ihr ständig in die Irre geführt. Die Stimme des Himmels ist extrem sanft, zart, melodiös, leise, und es gibt Kriterien, um sie zu erkennen. Die Stimme Gottes manifestiert sich auf dreifache Weise: durch das Licht, das in uns geboren wird, durch eine Ausdehnung, eine Wärme, eine Liebe, die wir in unseren Herzen spüren, und schließlich durch ein Gefühl der Freiheit, das wir mit der Entscheidung zu edlen, selbstlosen Taten empfinden. Seid also aufmerksam…[7] Bibliographie Bücher und/oder Vorträge von Omraam Mikhaël Aïvanhov zum Thema

   Aïvanhov, O.M., Der Weg der Stille, Prosveta Verlag, 1995.
   Aïvanhov, O. M., Erhebende Gedanken - Die Meditation, 2017, Prosveta Verlag.
   Aïvanhov, O. M., Meditationen bei Sonnenaufgang, Prosveta Verlag, 2009.
   Aïvanhov, O. M., Die Atmung, Prosveta Verlag, 2009.

Monographien oder Artikel über das behandelte Thema, in Bezug auf die Lehre von Omraam Mikhaël Aïvanhov Centro Studi Omraam Mikhaël Aïvanhov (2016), La Meditazione nell'Insegnamento di Omraam Mikhaël Aïvanhov, in "Misli", S. 128 ff.

Multimedia (Bilder, Audio, Video) Auszüge aus den Vorträgen von Omraam Mikhaël Aïvanhov (Audio und/oder Video) Auszug aus dem Vortrag: Apprendre à se concentrer sur ses propres actions.

Veröffentlichte Vorträge von Omraam Mikhaël Aïvanhov (Audio und/oder Video)

Anmerkungen Aïvanhov, O. M., Der Weg der Stille, Prosveta, 1995. Aïvanhov, O. M., Gedanken für den Tag 2017 (27. März), Prosveta, 2016. Aïvanhov, O. M., Gedanken für den Tag 2018 (4. Januar), Prosveta, 2017. Aïvanhov, O. M., Der Weg der Stille, Prosveta, 1995, Kapitel XII. Aïvanhov, O. M., Der Weg der Stille, Prosveta, 1995. Aïvanhov, O. M., Der Weg der Stille, Prosveta, 1995. Aïvanhov, O. M., Der Weg der Stille, Prosveta, 1995.