Synoptische Tafel

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»Die Frage der Beziehungen zwischen Geist und Materie betrifft alle Aktivitäten des menschlichen Wesens, alle Sektoren seines Lebens. Um euch eine klare Vorstellung davon zu vermitteln, zeige ich euch eine Tabelle, die ihr sonst nirgends finden werdet. Ich nenne sie »Synoptische Tafel«, weil sie eine Gesamtschau der menschlichen Struktur und der verschiedenen ihr entsprechenden Aktivitäten zeigt.«[1]

Einleitende Bemerkungen

Die Synoptische Tafel von Omraam Mikhaël Aïvanhov hat das Ziel, den Menschen in allen seinen Dimensionen darzustellen: vom physischen Körper bis zu seinem Geist mit allen seinen dazwischenliegenden feinstofflichen Körpern. Viele antike Traditionen, seien sie philosophischer, kultureller oder religiöser Natur, haben versucht, den Menschen auf einfache und schematische Weise darzustellen, um es so ihren Schülern zu ermöglichen, seine Struktur und die sie ausmachenden Teile zu verstehen und zu unterscheiden. Das Christentum spricht beispielsweise von Körper, Seele und Geist, der Hinduismus unterteilt die menschliche Struktur in 7 Körper (physischer Körper, Ätherkörper, Astralkörper, Mentalkörper, Kausalkörper, Buddhikörper, Atmankörper), die Kabbala spricht von einer Unterteilung in 10 (entsprechend den 10 Sephiroth des kabbalistischen '»Lebensbaumes«') etc. Alle diese »Darstellungen« sind insofern richtig, als sie jedes Mal unterschiedliche Aspekte des Individuums hervorheben, je nachdem, aus welcher speziellen Perspektive man es betrachtet. Ein Bild hierfür können die zahlreichen, unterschiedlichen Facetten des Diamants sein, die, alle zusammen, die tatsächliche Realität ausmachen. Das von O. M. Aïvanhov vorgeschlagene Modell hat die Besonderheit, wesentliche Informationen zusammenzufassen und zu ordnen, nicht nur bezüglich der Unterteilungen der verschiedenen Körper des Menschen, sondern auch über ihre Funktionen, über die wichtigsten Ideale, die sie führen und über das, was sie benötigen, um diesen Idealen folgen zu können.

Synoptische Tafel.jpg

Zum Lesen und Verstehen der »Synoptischen Tafel« erklärt

»Diese Tafel kann als synoptisch bezeichnet werden, denn sie bietet eine Übersicht über das gesamte Wesen des Menschen und die seinen verschiedenen Fähigkeiten entsprechenden Aktivitäten. Sie hat fünf senkrechte Spalten. Die erste betrifft die Prinzipien, aus denen der Mensch besteht: physischer Körper, Wille, Herz, Verstand, Seele und Geist. Die zweite Spalte ist mit »Ideal« überschrieben, weil jedes Prinzip ein ihm eigenes Ideal anstrebt. Damit nun ein Prinzip »sein« Ideal erreichen kann, muss dieses gefördert, unterstützt und genährt werden; deshalb heißt die dritte Spalte »Nahrung«. Die beiden letzten Spalten schließlich betreffen die »Bezahlung«, d.h. den Preis für die Nahrung sowie die Aktivität, d.h. die Arbeit, die man für diese Bezahlung verrichten muss. Zwischen den Begriffen besteht also eine völlig klare und logische Verbindung. Um das Ganze verständlicher zu machen, wollen wir mit dem physischen Körper beginnen. Jeder weiß, was der physische Körper ist, jeder hat mit ihm zu tun, er ist sichtbar und greifbar: eine Realität, an der niemand zweifeln kann. Das Ideal des physischen Körpers ist die Gesundheit. Für ihn gibt es nichts Wichtigeres und Kostbareres als gesund, stark und kräftig zu sein. Diese Vitalität bezieht er aus allen möglichen festen, flüssigen und gasförmigen Nahrungsmitteln. Ohne Nahrung stirbt er. Wer überleben will, der muss essen, das wissen sogar die Kinder. Aber die Nahrung kostet Geld, und um Geld zu besitzen, muss man arbeiten. (…)
Ihr habt noch nie daran gedacht, dass das, was euch auf physischer Ebene ganz klar erscheint, auch auf anderen Ebenen existiert. Wille, Herz, Verstand, Seele und Geist haben ebenfalls ein ihnen eigenes Ziel. Um dieses Ziel zu erreichen, brauchen sie Nahrung, und um die Nahrung zu erwerben, ist Geld notwendig; das Geld wiederum verdient man, indem man eine bestimmte Arbeit verrichtet. Wenn ihr alle Einzelheiten dieser Aufstellung vollkommen begriffen habt, besitzt ihr den Schlüssel zur Psyche des Menschen.

(Izvor 211 Kapitel 1)

Ausgehend vom Verständnis der physischen Ebene, können wir die Funktionen der anderen Ebenen des Menschen besser verstehen. Der Wille beispielsweise, der sich nach Herrschaft, Macht und Bewegung sehnt, benötigt Kraft, um dieses Ideal zu erreichen. Die Kraft erhält er durch richtiges Atmen und bewusste Gesten. Dies wiederum kann er lernen, indem er bestimmte Atemübungen, Gymnastikübungen und tänzerische Übungen ausführt. Das Gleiche geschieht mit der Herzensebene, deren Ideal die Wärme, die Freude, die Beglückung sind. Durch reine, von Liebe genährte Gefühle kann dieser Zustand erreicht werden. Diese Gefühle entstehen gerne bei Tätigkeiten mit harmonischer Musik, Gesang, Poesie etc.

Zu bemerken ist, dass die Seele sich nach Raum, Unendlichkeit, Unermesslichkeit sehnt, während das Ideal des Geistes die Ewigkeit und Unsterblichkeit sind. Diese Konzepte müssen hier als Bewusstseinszustände verstanden werden, die zum einen mit räumlichen Dimensionen (Unendlichkeit), zum anderen mit der zeitlichen Dimension (Ewigkeit) verbunden sind. Eine Besonderheit der Synoptischen Tafel ist, dass sie uns nicht nur ermöglicht, die Struktur des Menschen zu erkennen, sondern uns auch zeigt, welchen Aktivitäten wir nachgehen müssen, wenn wir alle unsere verschiedenen Ebenen ernähren und in einem Zustand des Wohlbefindens erhalten wollen. Wenn also der physische Körper Nahrung braucht und dafür eine Arbeit benötigt, so ist für den nach Ewigkeit strebenden Geist die Aktivität, welche diesen Zustand hervorruft, die Identifikation mit dem Göttlichen.

Um also alle grobstofflichen und feinstofflichen Körper in gesunden und harmonischen Zuständen zu erhalten, ist eine große Bandbreite verschiedener Aktivitäten förderlich: von einer gesunden Ernährung, zu angemessenen Körperübungen, über musikalische und dichterische Aktivitäten bis hin zu Meditation/Studium/Vertiefung, Kontemplation/Gebet und Identifikation.

Bibliographie

Werke und/oder Vorträge von Omraam Mikhaël Aïvanhov über das behandelte Thema

  • Reihe Izvor Band 211 »Die Freiheit, Sieg des Geistes« (Prosveta Verlag)
  • Reihe Gesamtwerke, Band 17/18 »Erkenne Dich selbst – Jnani Yoga« (Prosveta Verlag)
  • Aïvanhov, O. M, Une pensée en éveil - La voie de la méditation, 2017, Ed. Prosveta.
  • Aïvanhov, O. M, Meditazioni al sorgere del Sole, Prosveta, 2009.
  • Aïvanhov, O. M, La respirazione, Prosveta, 2009.

Multimedia (Bilder, Audio, Video)

Auszüge aus Vorträgen von Omraam Mikhaël Aïvanhov (Audio und/oder Video)

Ähnliche Artikel

  • Bewusstheit
  • Kontemplation
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  • Freiheit
  • Stille

Fußnoten


  • 1. ????
  • 2. Izvor 211 Kapitel 1
  • 3. •



Anmerkung für den Leser: die Ausarbeitung dieses vorläufigen Beitrages erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist nur ein Ausgangspunkt, da das Thema von Omraam Mikhael Aïvanhov in verschiedenen Vorträgen zwischen 1938 und 1985 noch ausführlicher dargelegt wurde. Interessierte Personen werden, durch direktes Lesen oder Hören seiner Vorträge (herausgegeben vom Prosveta Verlag, dem alleinigen und exklusiven Eigentümer der Rechte an seiner Arbeit), wichtige Aspekte von weiterem Interesse finden. Dieser Beitrag drückt also nur einen Teil von Aïvanhov‘s Gedanken zu diesem Thema aus.
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